Montag, 26. Januar 2009

To do...

Was steht jetzt als nächstes an?

Manuskript "Mantraheilen" fertig stellen.
Manuskript "Drei Wurzel" beenden.
Artikel über die Fünf Skandhas und die 51 Geistesfaktoren schreiben.

Samstag, 10. Januar 2009

Grundlagen des Vajrayana-Buddhismus, Modul 2

Modul 2 findet am 23. bis 25. Januar in Göttingen statt.

Themen des 2. Moduls:

Religionsgeschichte Tibets I:
Überblick zur Bönreligion;
Nyingma, die alte Schule des tibetischen Buddhismus;
Unterscheidung der 4 Schulen des tibetischen Buddhismus anhand des Blickwinkels ihrer Erklärungen;

Über die Annäherung an die Belehrungen;
die vier Grundgedanken: Der kostbare Menschenkörper, die Vergänglichkeit, das Karma, das Leiden in Samsara;

Die drei Stufen in der Entwicklung von Erkenntnis;
die drei Gebiete der Untersuchung;
die drei Wege des Beseitigens von Zweifel;
Shravaka-Meditation über die Abwesenheit eines Selbst



Kursplan:

Freitag 19.00 Uhr
Wir beginnen mit einem gemeinsamen Abendessen. Da einige von uns bis in den Abend arbeiten müssen, können wir auf diese Weise den Kursbeginn flexibel gestalten und für ein entspanntes Ankommen sorgen. So beginnen wir mit einer Gesprächsrunde.

Ab ca. 20.00 – ca. 22.30 Uhr
Rezitation der allgemeinen Zufluchtnahme; kurze gemeinsame Praxissitzung mit Mantrarezitation; über die rechte Motivation; über das rechte Hören; Religionsgeschichte Tibets I: Überblick zur Bönreligion und Nyingma, die alte Schule des tibetischen Buddhismus; Unterscheidung der 4 Schulen des tibetischen Buddhismus anhand des Blickwinkels ihrer Erklärungen; abschließender Gesprächskreis

Samstag 9.30 – ca. 12.30 Uhr
Rezitation der allgemeinen Zufluchtnahme; kurze gemeinsame Praxissitzung mit Mantrarezitation; über die rechte Motivation; über das rechte Hören; über die Annäherung an die Belehrungen; die vier Grundgedanken: Der kostbare Menschenkörper, die Vergänglichkeit, das Karma, das Leiden in Samsara; Gesprächsrunde; zwischendurch eine kurze Kaffeepause

Ab 12.30 Uhr Mittagspause
Ich werde eine Gemüsesuppe vorbereiten. Darüber hinaus möchte ich Euch bitten, Euch hinsichtlich der Malzeiten zu koordinieren und Brot, Brotaufstrich, Käse, Marmelade o.ä zu besorgen.

Ab 14.30 Uhr
Gemeinsame Mantrarezitation; über die drei Stufen in der Entwicklung von Erkenntnis; über die drei Gebiete der Untersuchung; über die drei Wege des Beseitigens von Zweifel; Shravaka-Meditation über die Abwesenheit eines Selbst I; Mantrarezitation; ab ca. 17.45 Uhr abschließende Gesprächsrunde

ca. 18.30 Uhr
Abendessen; Shravaka-Meditation über die Abwesenheit eines Selbst II; danach ggf. offener Kreis bei Heißgetränken und Gebäck, in dem wir uns über die Themen des Nachmittags unterhalten können

Sonntag 9.30 – ca. 13.30 Uhr
Rezitation der allgemeinen Zufluchtnahme; kurze gemeinsame Praxissitzung mit Mantrarezitation; über die rechte Motivation; über das rechte Hören; Shravaka-Meditation über die Abwesenheit eines Selbst III; abschließende Gesprächsrunde; Ausblick

Freitag, 21. November 2008

Grundlagen des Vajrayana-Buddhismus

vajra-03

Am Wochenende des 07. - 09 Novembers startet ein systematischer Kurszyklus zu den Grundlagen des Vajrayana-Buddhismus. Beginn des ersten Kursmoduls ist Freitag, 07. November, um 18.00 Uhr.

In Absprache mit S.E. Ontul Rinpoche sind insgesamt zwölf aufeinander aufbauende Wochenenddseminare geplant, die für alle Interessierten offen sind. Der Turnus der Kursblöcke ist, den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Gruppe entsprechend, monatlich oder vierteljährlich. Im Rahmen des Kurses sollen neben den historischen, philosophischen und psychologischen Grundlagen auch die der Meditation erlernt werden. Hierzu werden Mantras übertragen, die ein Wachstum der Verständniskapazitäten bewirken und der inneren Balance und Stabilisierung dienen. Bei Bedarf besteht auch die Möglichkeit, die Leseübtertragung einer Praxis der grünen Tara zu erhalten und diese Meditation zu erlernen.

Die Inhalte der Lehren und Praktiken des Buddhismus sind umfangreich und komplex. Die Fülle der Themen und der Reichtum der Terminologie sind für Buddhismus-Interessierte, wie auch manchmal für Buddhisten selbst schwer überschaubar. Der Studienkurs soll mit modernen didaktischen Mitteln systematisch die philosophische Basis des Vajrayana-Buddhismus erschließen. Der Kurszyklus wird mit einer halbjährlich sich wiederholenden Einführung beginnen, die auch für Neueinsteiger und Interessierte geeignet ist.

Ziel des Grundlagenkurses ist eine solide Gesamtschau der Schulen und Lehren des so genannten tibetischen Buddhismus, wie die Schaffung einer stabilen Verständnisbasis für die weiterführenden Lehren und Praktiken des Dzogchen und Mahamudra. Bis zum dritten Kursmodul ist ein Quereinstieg nach Absprache möglich. Die einzelnen Module werden als monatliche oder vierteljährliche Wochenendseminare angeboten.

Buddhistische Wahrheiten und Einsichten erkennen und erleben zu lernen, setzt ein Grundlagenwissen voraus, das es, einer Wegekarte gleich, dem Suchenden ermöglicht, seinen Weg der Einsicht zu finden und zu gehen, ohne den die Essenz der buddhistischen Lehre dem Auge und dem Herzen verborgen bleiben muss.

Die buddhistischen Lehren bilden ein umfangreiches und tiefgründiges Schulungssystem, in dem sich Gehörtes und Erfahrenes, Erlebtes und Gelerntes, Individuelles und Gemeinsames gegenseitig unterstützen. Im Rahmen des Grundlangenkurses werden wir grundlegende philosophische Themen behandeln und üben, sie mit unseren alltäglichen Aktivitäten zu verbinden. Wir meditieren, um einen Einblick in das Wesen der Wirklichkeit und die Natur des Geistes zu erhalten. In tantrischen Meditationen erleben wir, wie negative Geisteszustände wie Ängste, Ärger und Verzweiflung im Lichte der „reinen Sichtweise“ aufgehen und uns Kraft geben, anstatt uns zu behindern und zu bedrücken. Über diese Eindrücke werden wir uns austauschen und so, den Erfahrungen gemeinsam nach-denkend, ihr Verständnis vertiefen. Schließlich werden wir mit unserem je eigenen Erfahrungswissen die philosophischen Themen, von denen wir ausgingen, bereichern können.

Das erste Kursmodul bietet eine sowohl theoretische als auch praktische Einführung in die Grundlagen der Meditation, einen Überblick über die Geschichte des Buddhismus im Allgemeinen und die verschiedenen Schulen des tibetischen Buddhismus im Besonderen. Wir werden in die vier Edlen Wahrheiten eindringen und wir werden uns, anhand des Bhavacakra, mit der Lehre vom abhängigen Entstehen allen Daseins beschäftigen. Auf diesen Grundlagen dann werden wir die Welt des Samsara, das Nirvana, das Karma, die Leerheit aller Wesen und Dinge und die Lehre von den Skandhas als Bedingungen unseres Daseins zu verstehen beginnen.

Als umfassende Einführung gestaltet, vermittelt der Anfängerkurs zudem sowohl Überblick als auch einen tiefen Einblick in den gesamten Verlauf des Kurses.

Ohne eine gute Basis gibt es keine gute Praxis. Ohne eine solide Wissensgrundlage zeitigt die Praxis nicht den erstrebten Erfolg.


Weitere Informationen und Anmeldung: o.ohanecian@hotmail.de
Kursgebühr / Person und Kurseinheit: Bei Voranmeldung bis drei Wochen vor Kursbeginn 150,- Euro / Person und Kurseinheit + Spesen, danach 200,- Euro / Person und Kurseinheit plus Spesen; nach Absprache Ermäßigungen für Schüler, Studenten, Arbeitslose u.ä. möglich.


Themenüberblick:

Einleitung
A. Historischer Hintergrund

1. Historischer Überblick
1.1 Die Anfänge des Buddhismus
1.1.1 Buddhas Erscheinen – die historische Situation
1.1.2 Das Leben des Buddhas
1.2 Vom Hinayana zum Mahayana
1.2.1 Konzile und Spaltungen
1.2.2 Der Pali-Kanon
1.2.3 Die Entwicklung der Yanas
1.3 Vajrayana
1.3.1 Die indischen Mahasiddhas
1.3.2 Die erste Ausbreitung des Buddhismus in Tibet
1.3.3 Die zweite Ausbreitung des Buddhismus in Tibet
1.4 Allgemeine Charakteristika des Vajrayana
1.4.1 Grundlagen
1.4.2 Die wichtigsten Schulen
1.4.3 Konflikte zwischen den Schulen und ihre Bedeutung für die politische Geschichte Tibets
1.5 Die wichtigsten Schriftengattungen
1.5.1 Sutras
1.5.2 Tantras
1.6 Einführung in die Ikonographie


B. Philosophische und praktische Grundlagen

1. Einführung in die Praxis buddhistischer Meditation

2. Über die Sichtweisen und die Grundgedanken
2.1 Über die Art und Weise, buddhistische Belehrungen zu hören
2.2 Der Buddhadharma
2.3 Die Merkmale weltlicher Sichtweisen

3. Die drei Schulungen als Grundlage der Praxis
3.1 Studium der verschiedenen Wissensfelder
3.1.1 Die zwei Wahrheiten nach Nagarjuna
3.1.2 Ein schwieriger, aber wichtiger Begriff: Leerheit
3.1.2.1 Shravaka
3.1.2.2 Cittamatra
3.1.2.3 Svatantrika-Madhyamaka
3.1.2.4 Prasangika-Madhyamaka
3.1.2.5 Madhyamaka Shentong
3.2 Die vier Grundgedanken
3.3 Die sieben Geistesschulungen

4. Die Übung ethischen Verhaltens
4.1 Was ist eine negative Handlung? Eine Definition
4.2 Die zehn unheilsamen Handlungen
4.3 Die Anhäufung negativen Karmas
4.4 Über die zwei Arten negativer Handlungen
4.5 Die fünf Handlungen mit sofortigem Ergebnis
4.6 Die fünf ähnlichen Handlungen
4.7 Die vier schwerwiegenden Handlungen
4.8 Die acht entgegengesetzten Handlungen
4.9 Die Ergebnisse der negativen Handlungen
4.10 Wie heilsames Handeln entwickelt wird
4.11 Die Ergebnisse heilsamen Handelns

5. Anstand, Zurückhaltung und die Entwicklung des Vertrauens
5.1 Der Sinn von Anstand und Zurückhaltung
5.2 Die Notwendigkeit, das Vertrauen zu entwickeln
5.3 Die verschiedenen Arten des Vertrauens

6. Über den Meister
6.1 Die verschiedenen Arten von Meistern
6.2 Den Meister prüfen
6.3 Wie man die Befähigung erlangt, einem Meister zu folgen
6.4 Wie man die Befähigung erlangt, Wissen und Weisheit des Meisters zu erlangen
6.5 Die Notwendigkeit, vorbildlichen Gefährten zu folgen
6.6 Die Notwendigkeit, schlechte Gesellschaft zu meiden
6.7 Gutes entsteht, wenn schlechte Gesellschaft gemieden wird

7. Über die Zuflucht
7.1 Die Bedeutung der Zuflucht
7.1.1 Äußere Zuflucht
7.1.2 Innere Zuflucht
7.1.3 Geheime Zuflucht
7.2 Die Übung der Zuflucht
7.3 Wie Zuflucht genommen wird

8. Bodhicitta entwickeln
8.1 Drei Arten, Bodhicitta zu entwickeln
8.2 Zwei Unterteilungen von Bodhicitta
8.3 Zwei Arten von Bodhicitta
8.4 Die Entwicklung des relativen Bodhicittas
8.5 Bodhicitta der Absicht: Die vier Unermesslichen
8.6 Bodhicitta der Anwendung: Die sechs oder zehn Paramitas

9. Die drei Dharmas des Pfades
9.1 Das Sutra mit philosophischen Merkmalen in essentieller Form
9.2 Das geheime Mantrayana

10. Die Schulen und ihre Doktrinen: Ein detaillierter Überblick
10.1 Nyingma
10.2 Kagyü
10.3 Sakya
10.4 Kadam
10.5 Jonang
10.6 Gelug
10.7 Exkurs über Bön

11. Ermächtigungen und Gelübde

12. Energiebegriff und buddhistische Dämonologie

13. Grundlagen der tantrischen Meditation

14. Verhalten



Kursleiter:
Oliver Ohanecian, M.A., geboren 1967; Studium der Ethnologie, Religionswissenschaft und Iranistik, trauertherapeutische Ausbildung; Autor, Referent und Trauerbegleiter; leitet Seminare, Arbeitskreise und Meditationen.

Studium des Buddhismus allgemein seit 1987, zunächst privat, dann im Rahmen der akademischen Ausbildung und schließlich unter verschiedenen tibetischen Lehrern;

Allgemeine Zufluchtnahme zunächst bei Geshe Thubten Ngawang; Schüler von Chögyal Namkhai Norbu, Chhimed Rigdzin Rinpoche, Ontul Rinpoche, Dzogchen Ganor Rinpoche, Dr. Nida Chenagtsang und Jetzunma Sakya Kushog.

Donnerstag, 20. November 2008

Musik aus Mazandaran



Mittwoch, 19. November 2008

Tutarchela




Sonntag, 2. November 2008

Grundlagen des Vajrayana-Buddhismus - Modul 1

Kursplan zu Modul 1 07. – 09. November 2008


Freitag 19.00 Uhr
Wir beginnen mit einem gemeinsamen Abendessen. Da einige von uns bis in den Abend arbeiten müssen, können wir auf diese Weise den Kursbeginn flexibel gestalten und für ein entspanntes Ankommen sorgen. Dabei machen wir dann auch eine Vorstellungsrunde.

Ab ca. 20.00 – ca. 22.00 Uhr
Einleitung; über die rechte Motivation; Überblick über den Grundlagenkurs; Ist Buddhismus Religion?; Überblick zu den buddhistischen Textgattungen und Quellen; erster Historischer Überblick zur Geschichte und Verbreitung des Buddhismus; erster historischer Überblick zur Geschichte des so genannten tibetischen Buddhismus und seiner Schulen; abschließender Gesprächskreis

Samstag 9.30 – ca. 12.30 Uhr
Gesprächsrunde; Einführung in die buddhistische Meditation mit praktischen Übungen; Lung für Mantras und Erklärungen dazu; zwischendurch eine kurze Kaffeepause

Ab 12.30 Uhr Mittagspause
Ich werde eine Gemüsesuppe vorbereiten. Darüber hinaus möchte ich Euch bitten, Euch hinsichtlich der Malzeiten zu koordinieren und Brot, Brotaufstrich, Käse, Marmelade o.ä zu besorgen.

Ab 14.30 Uhr
Gemeinsame Mantrarezitation; Bhavachakra – das Rad des Werdens; die drei Geistesgifte: Gier, Hass, Verblendung; Karma; die sechs Daseinsbereiche; der Konditionalnexus; die vier edlen Wahrheiten und der edle achtfache Pfad; die fünf Skandhas und Einführung in die buddhistische Elementelehre; Mantrarezitation; ab ca. 17.45 Uhr abschließende Gesprächsrunde

ca. 18.30 Uhr
Abendessen; danach ggf. offener Kreis bei Heißgetränken und Gebäck, in dem wir uns über die Themen des Nachmittags unterhalten können

Sonntag 9.30 – ca. 12.30 Uhr
Kurze Gesprächsrunde; gemeinsame Mantrarezitation; Einführung in die Leerheitsphilosophie und die Lehre vom Nicht-Selbst; die sechs Paramitas; abschließende Gesprächsrunde; Ausblick

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Reiki und die Lehren des Medizinbuddha - Inhalte

medizinbuddha

Überblick der wichtigsten Lehrinhalte der drei Grade:

1. Kritischer Überblick zur Reiki-Legende; der heilende Buddha: einige Grundlagen buddhistischer Medizin als Grundlagen der Reiki-Praxis (Dreisäftelehre, Elementelehre); alles entsteht in Abhängigkeit - die Lehre vom abhängigen Entstehen (Tendrel) als Grundlage der Reiki-Praxis und des damit verbundenen Energiebegriffes; was ist eigentlich „Energie“?; aktives Mitgefühl - Motivation und Handlung; Heil und Heilung - "Balance" als zentraler Begriff im buddhistischen Gesundheitsverständnis; Lebensführung; Grundlagen der Meditation; die Positionen; ein Gespür für Energie entwickeln; Körper-Emotion-Intellekt-Achtsamkeit – Reiki als Weg der Integration; Reiki und Religiosität; Reiki und die Rhythmen des Lebens und der Zeit I; mach alles zur Übung!

2. Die konzentrative Meditiation; Visualisation als Mittel zur Fokussierung der Aufmerksamkeit; a) Kraft-Symbol – Deutung, Anwendungsmöglichkeiten, b) Harmonie-Symbol – Deutung, Anwendungsmöglichkeiten, c) 22er-Symbol – Deutung, Anwendungsmöglichkeiten; Reiki und die Rhythmen des Lebens und der Zeit II; mach alles zur Übung!

3. Den Meister suchen; was ist überhaupt ein Meister? verschiedene Arten von Meistern; der „innere Meister“ – Klarheit, Präsenz, Offenheit; Meditation mit dem Meistersymbol; jenseits der Grenzen; mach alles zur Übung!

Einzelunterricht und Kurse mit maximal 6 Personen.

Information und Anmeldung: o.ohanecian@hotmail.de

Dienstag, 7. Oktober 2008

Rivkas Rezension

Rivkas Rezension vom Sommer 2005:




Oliver Ohanecian: Wer Hexe ist, bestimme ich - Zur Konstruktion von Wirklichkeit im Wicca-Kult. EB-Verlag, Hamburg 2005 http://www.amazon.de/Wer-Hexe-ist-bestimme-ich/dp/3936912386/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1214341785&sr=8-1

Die andauernde und kontroverse Diskussion des Buches mit dem provozierenden Titel in der Wicca-Szene beweist, wie das Aufeinandertreffen verschiedener Sichtweisen – hier die induktiv-wissenschaftliche des Ethnologen Ohanecian und dort die deduktiv-religiöse des Wicca-Kultes – zu Missverständnissen führen kann: Obwohl es so rezipiert worden ist, richtet sich Ohanecians Buch nicht gegen die Hexenszene. Es berichtet vielmehr über sie, und zwar vom Standpunkt des Radikalen Konstruktivismus, der die Frage nach wahr oder unwahr, richtig oder falsch als nicht beantwortbar betrachtet und sich alleine um die Viabilität, die (Über-)Lebensfähigkeit einer Wirklichkeitskonstruktion also, kümmert.

Indem Ohanecian über die Wirklichkeit des Wicca berichtet, re-konstruiert er sie auf Grund der Informationen, die ihm Wicca zur Verfügung stellt; indem er sie rekonstruiert, entlarvt er die vorgefundene Konstruktion durch die Verwendung ihrer Bausteine.
Die vorgefundene Konstruktion ist die der Gründerväter und –mütter des Wicca, die Ohanecian summarisch vorstellt. Diese Konstruktion des Wicca-Kultes durch Gardner, Sanders und Crowley (um nur ein paar Namen zu nennen) ist von Anfang an eine schriftliche, publizierbare, reproduzierbare gewesen: Was Wicca ist, impliziert Ohanecian, sei nachzulesen.
Was allerdings nachzulesen sei, widerspreche der Tatsache, dass es nachzulesen sei. Wicca sei nämlich, im eigenen, verschriftlichten Verständnis, ein Mysterienkult (dass der Autor ihm nicht die Bezeichnung „Religion“ zukommen lassen will, wird einsichtig begründet, bleibt aber disputierbar), also eine (Ur-)Religion der mündlichen Überlieferung, ein europäisch-indigener Schamanismus und keinesfalls, so lehren die Bücher, eine Buch- oder Schriftreligion.

Obwohl also Inhalte und Formalia des Kultes – das Buch der Schatten, die Organisation der Coven, die Initiationsriten, die Jahrkreisfeste – in umfangreichster Literatur mit nur sehr kleinen Abweichungen immer wieder geschrieben und beschrieben wurden (Ohanecian gibt einen Überblick) wird die Existenz eines grundlegenden, verbindenden Kanons von den Anhängern des Wicca vehement bestritten, die Idee einer gemeinsamen Grundlage oder verpflichtenden Regel vehement abgelehnt. (Eine Ausnahme bildet vielleicht die berühmte goldene Regel „Tu was du willst und schade niemanden“, obwohl auch diese der persönlichen Sichtweise des Einzelnen unterworfen bleibt.)

Wicca, so der Autor, verweigere sich, wo es nicht im Buche stehe, der Definition – und dies gelte selbst für den unabdingbarsten aller Begriffe, den der „Hexe“.
Die Folge dieser Verweigerung sei eine intendierte Ungreifbarkeit des „Mysterienkults“, die sich als Mystifikation einer inhaltlichen Leere darstelle, in welcher denn auch sein eigentliches und einziges Geheimnis bestünde.


Fassen wir an dieser Stelle zusammen
Erstens: Wicca konstruiert die Wirklichkeit eines auf mündlicher Überlieferung beruhenden, nur durch Initiation zugänglichen Mysterienkultes von Anfang an auf der Basis von Verschriftlichung und Medialität, durch Belletristik, Sachbücher und Fernsehsendungen.

Zweitens: Wicca konstruiert unter einer gemeinsamen Bezeichnung und durch kontinuierliche Veröffentlichungen ganz offensichtlich gemeinsame und verbindliche Grundlagen, deren Vorhandensein das Wicca-Individuum, wie Ohanecian in seinen persönlichen und Internetkontakten feststellt, jedoch vehement bestreitet und damit wieder dekonstruiert.

Drittens: Diesem Prinzip von Konstruktion und Dekonstruktion, von Behauptung und Verleugnung folgt auch die historische (Selbst-)Verortung des Wicca: Obwohl dessen Anhänger in den westlichen Industrienationen ausnahmslos, eben als Mitglieder dieser Nationen, deren weltliche und religiöse Geschichte teilen, wird von den Wicca-Anhängern mehrheitlich diese Teilhabe geleugnet. Vom fiktiven Ursprung her beheimatet in prähistorischer oder wenigstens vorchristlicher Zeit, konstruiert Wicca eine Gegenwart und Gegenwelt in einem fiktiven, zeitlosen Lebensraum fiktiver historischer, sozialer und politischer Verantwortungslosigkeit, wenn nicht Unschuld.

So dient die Ablehnung des Christentums (und der anderen monotheistischen Religionen) samt seinen politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen von den Hexenverbrennungen bis zur Umweltzerstörung eher der Selbstdefinition als Opfer (und damit der Exkulpierung), als dass sie auf konstruktive Kritik und Verbesserung der Verhältnisse zielte.

Geschichte und Gegenwart der eigenen Gesellschaft negierend, konstruiert Wicca Wirklichkeit lediglich als Gegen-Wirklichkeit, wodurch, Ohanecian zu Folge, weder eine Ablösung von der vorgefundenen Realität gelinge, noch eine Veränderung oder gar ein alternativer Entwurf.


Fassen wir nochmals zusammen
Viertens: Wicca negiert die Teilhabe an der Wirklichkeitskonstruktion der Industrienationen, deren Symptom es ist. Durch diese Negation beraubt sich der „magische Mensch“ des Wicca, die Hexe, jeder Macht und Handlungsmöglichkeit innerhalb der eigenen, historisch und religiös bedingten Umwelt. Diese reale Machtlosigkeit innerhalb der gesellschaftlichen Wirklichkeitskonstruktion wird in der Wirklichkeitskonstruktion des Wicca eine magisch-imaginäre Macht gegenübergestellt, um das Ohnmachtsgefühl des Individuums zu kompensieren.

Fünftens: Jede Wirklichkeitskonstruktion die, wie Wicca, auf Negation beruht, bindet an das Negierte. Die Selbstrezeption als freies Individuum („Hexe“) erweist sich als illusionär.

Durch die Verleugnung der eigenen geschichtlichen Herkunft und der De-facto-Teilhabe an der industrialisierten, globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts, deren Bürger die Wicca sind, und durch die Aneignung der Geschichte(n), Religionen und der Spiritualität örtlich oder zeitlich entfernter Ethnien (Indianer, Kelten, germanische, ägyptische, griechische Pantheone) entstehen Spaltungen in der Wirklichkeitskonstruktion des Wicca, Trennungslinien zwischen dem Eigenen und dem Fremden.

Dem positiven Eigenen einer heidnischen, naturverbundenen, magischen Welt, deren Teil und Priester/in man ist, steht die negative fremde, die christliche, umweltzerstörende, technokratische Welt gegenüber, deren Teil zu sein man verleugnet. Dem positiven Fremden, den „ursprünglichen“ indigenen Völkern und alten Kulturen, die zwar nicht erreichbar sind, denen man sich aber zugehörig fühlt, steht ein negatives Fremdes entgegen, die eigene Zeit und die eigene Kultur nämlich, als deren „Mit-Täter“ man sich nicht sehen mag und in der dem Wicca-Individuum in Folge dessen nur der Opfer-Status (in der Nachfolge der Opfer der Hexenverbrennungen) zulässig zu sein scheint. Daraus ergibt sich

Sechstens: Eine Wirklichkeitskonstruktion, die auf der Dichotomie zwischen einem positiven und einem negativen Fremden beruht, fördert spirituellen Diebstahl eher als spirituelle Entwicklung und impliziert die Gefahr der Entfremdung und Handlungsunfähigkeit. Schließlich

Siebtens: und letztens ergibt sich eine Kontradiktion im Wirklichkeitsmodell „Wicca“ durch den Anspruch, „das Individuelle über das Allgemeine“ zu stellen, wie Ohanecian einen Wicca-Anhänger zitiert.

Dass auch und gerade dieser Anspruch, der Fundamentalste im Wicca, ein paradoxer und mithin nicht einlösbar ist, ist evident: Wo das Individuum sich in absolutistischer Weise die Definitionsmacht vorbehält, kann es keine tragfähige Gruppe, keine gemeinsame spirituelle Entwicklung, keine gemeinsame Wirklichkeitskonstruktion von Beständigkeit geben: die Frage nach der Viabilität des Wicca-Kultes, die der Autor am Anfang des Buches stellt, beantwortet er am Ende, gut begründet, negativ.

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Autor eine Desillusionierung zu verarbeiten hat: Seine Berichte von informellen Treffen, einem Ritual und dem Treffen europäischer Wicca (PEWC) illustrieren sowohl sein persönliches Engagement als auch seine positiven Erwartungen und schließlich seine Enttäuschung über die real existierenden Erlebnisse und (spirituellen) Ergebnisse, die eine auf Paradoxien, Negation, Mystifikation und kompensatorischem Individualismus beruhende Wirklichkeitskonstruktion zeitigen kann.

Mit dem Hinweis darauf, dass Wicca als potenziell positiv-postmoderne, aber widerständige Religion, Philosophie und spirituelle Lebensweise auch andere, zukunftsfähigere und –schaffende Möglichkeiten bieten könnte, schließt der Autor sein lesenswertes Buch, das mit neuen Perspektiven und spannender Darstellung fesselt und in das der Autor sich jederzeit, sozusagen als Teil seiner eigenen Wirklichkeitskonstruktion, mit einbezieht.

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